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Korsika

Die Insel Korsika besteht aus zwei Departements: Haute-Corse (Oberes Korsika) und Corse-du-Sud (Südkorsika). Die 8720 qkm große Insel hat nur etwa 250.000 Einwohner. Sie gehört zu den wenigen Gegenden Europas, die in der Urlaubssaison nicht mit Zelten und Wohnwagen übersät sind.

Der Name Korsika oder Corse geht wohl auf das phönizische Wort Korsai zurück, das »mit Wäldern bedeckt« bedeutet. Die Phönizier landeten 560 v. Chr. in Korsika und störten den Frieden der wahrscheinlich aus Ligurien eingewanderten Bewohner. Seit jener Zeit war der Besitz Korsikas immer stark umkämpft; und für ein so kleines Gebiet hat die Insel eine ausgesprochen blutige Vergangenheit. Nach den Griechen kamen nacheinander Römer, Vandalen, Byzantiner, Mauren und Lombarden. 1798 verkaufte Genua die Insel an Frankreich, und 2500 Jahre territorialer Streitigkeiten fanden endlich ein Ende. Die Insel ist vor allem als Geburtsort von Napoleon Bonaparte bekannt.

Korsika ist als »Berg im Meer« beschrieben worden, und vom Schiff aus gesehen bestätigt sich dieser Eindruck. Die Berge steigen am westlichen Ufer abrupt in die Höhe. Die 992 km lange Küste besteht aus Steilfelsen, an denen sich hochaufspritzende Wellen brechen, und abgelegenen sandigen Buchten. Korsika, das sind außerdem Wälder, Heide, Granitgestein, Schnee und Orangenbäume.

Das trockene, teils gebirgige und relativ dünn besiedelte Landesinnere ist mit Gestrüpp und Unterholz bewachsen, dem sogenannten Maquis (aus dem einheimischen Macchia, was soviel wie »Unterholz« bedeutet). Verschiedenartige Sträucher und Kräuter bedecken das Land: Arbutus, Mastix, Dornensträucher, Myrte, Wacholder, Rosmarin, Bergrosen, Agaven, Pistazien, Fenchel, Erika, wilde Minze und Asphodill. Die Angehörigen der Résistance, der französischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung Frankreichs im 2. Weltkrieg, wurden Maquis genannt. Das wilde Hinterland Korsikas hat den Banditen der Insel schon immer Unterschlupf geboten, und die Widerstandskämpfer mußten unter ähnlichen Bedingungen leben. Heute wird dieses Gebiet Maquis genannt. Große Teile des urspünglichen Waldgebietes sind erhalten geblieben, obwohl schon die Griechen die schönen, großen, gerade gewachsenen Laricio-Pinien abholzten. Diese Bäume, die bis zu 60 m hoch werden können, scheinen nur hier zu gedeihen. Ihre Stämme eignen sich als Schiffsmasten und werden auch heute noch als solche benutzt. In Korsika wachsen auch Korkeichen, Kastanien und Olivenbäume.

Im Norden erstrecken sich die als La Balagne bekannten Tiefebenen, die hauptsächlich mit Olivenhainen bewachsen sind und das Hinterland von Calvis und der Ile Rousse bilden.

Im Süden liegt die strahlendweiße Stadt Ajaccio, in der man auf Schritt und Tritt auf napoleonische Erinnerungsstücke stößt. Die Stadt bildet einen Halbkreis um die ruhige Bucht und ist von bewaldeten Hügeln umgeben.

Am Fuße des Kaps an der Nordspitze Korsikas liegt die malerische Handelsstadt Bastia, in deren Altstadt die imposante Zitadelle steht. Auch die aus Treppenstufen bestehenden Straßen, die durch gewölbte Durchgänge und Torbögen miteinander verbunden sind, sind erhalten geblieben. Sie enden alle am Vieux port. Der alte Hafen ist das ganze Jahr hindurch sehr geschäftig. Der etwas weiter nördlich gelegene, terrassenförmige St.-Nicholas-Strand trennt den alten vom neuen Hafen, dem eigentlichen Handelshafen der Stadt.

Die korsische Küche ist im wesentlichen einfach, und das Meer, aus dem auch der berühmte Hummer gefangen wird, ist Hauptnahrungsquelle. Sanglier und Marcassin – junges und ausgewachsenes Wildschwein – wird in der Saison entweder gebraten, geschmort und in einer Daube mit Rotwein oder mit einer pikanten einheimischen Soße, Pribonata, serviert. Schweine, die mit Kastanien gemästet werden, sind fester Bestandteil der korsischen Küche, aus ihnen wird ein ungewöhnlich schmeckender Schinken gemacht. Das Angebot an Gemüsesorten ist aufgrund des extremen Klimas begrenzt.

Die Korsen lieben scharfe Gewürze, Kräuter werden viel verwendet. Die Fischsuppe Dziminu ist der Bouillabaisse ähnlich, aber bedeutend schärfer mit Pfeffer und Pimentos gewürzt. Süßwasserfische werden meist gegrillt, und frisch gefangener Aal (Capone) wird in Stücke geschnitten und am Spieß über dem Holzfeuer gegart. Prizzutu, ein Räucherschinken mit Pfefferkörnern, hat Ähnlichkeit mit dem italienischen Prosciutto, wird aber zusätzlich mit Kastanien gewürzt. Eine beliebte Zwischenmahlzeit ist Figatelle, eine Wurst aus Leber und getrocknetem und gewürztem Schweinefleisch. Diese Wurst wird zwischen die Scheiben eines besonderen Brotes gelegt und dann über dem Holzfeuer gegrillt.

Weißwein, Rosé und Rotwein werden in großen Mengen auf der Insel produziert.