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Frankreich
Midi-Pyrénées
Die Region Midi-Pyrénées liegt zwischen Aquitanien im Westen und Languedoc-Roussillon im Osten. Sie umfaßt einen Teil des Causse, des Hochplateaus, und den größten Teil der Gascogne. Sie besteht aus den Departements Lot, Aveyron, Tarn-et-Garonne, Tarn, Gers, Haut-Garonne, Ariège und Hautes-Pyrénées.
Hochebenen, Sandböden, Moore, Kiefernwälder, einsame Plateaus und enge waldreiche Täler sind für diese Gegend charakteristisch. Die nordöstliche Region Rouergue ist ein rauhes, gebirgiges Land. Sie liegt an der Grenze zu Aquitanien, die von dem Plateau von Causse gebildet wird. Auf dem Kalkboden des Plateaus wachsen wilder Thymian und Wacholder. Wildbret und Wildgeflügel aus dieser Gegend haben einen ganz eigenen Geschmack.
Die Provinzhauptstadt Rodez ist von herber Schönheit. Die Spitze ihres roten Turms, einem der Meisterwerke der französischen Gotik, überragt mit ihren Zinnen die engen Straßen und kleinen Plätze. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Plateaus jenseits des Flusses Aveyron, eine majestätische, karge Landschaft mit Felsvorsprüngen und steilen Schluchten.
In Südosten liegt Millau, das Tor zu den Tarn-Schluchten. Aus Roquefort, weiter im Süden, kommt der berühmte Schimmelkäse, der in Höhlen gelagert wird, durch die der Wind pfeift. Die feuchten kalten Winde sind das Geheimnis des »Käses der Könige und Königs der Käse«.
Auch war einst die Metropole der römischen Provinz Novem Populania, eine der wichtigsten Städte in Gallien und ein bedeutender Rivale Burdigalas (des heutigen Bordeaux). Die Kathedrale hat zwei schöne Türme, aus Eiche geschnitztes Chorgestühl und ein Buntglasfenster aus dem 16. Jahrhundert. Die Einwohner Auchs errichteten dem von Alexandre Dumas unsterblich gemachten Musketier Le Vrai d’Artagnan (»dem wahren d’Artagnan«) ein Denkmal.
Cahors, das auf einer von dem Fluß Lot gebildeten Halbinsel liegt, ist für seine Brücke, mit deren Bau 1308 begonnen wurde, bekannt. Die Pont Valentre mit ihren sechs spitz zulaufenden Bögen und drei Wehrtürmen ist eine der schönsten noch erhaltenen befestigten Brücken Europas. Eine Legende erzählt von unzähligen Problemen während der Bauarbeiten, die nach 50 Jahren noch immer nicht abgeschlossen waren. Erst als einer der Architekten einen Pakt mit dem Teufel schloß, konnte die Brücke ohne weitere Schwierigkeiten fertiggestellt werden. Eine kleine Teufelsfigur ist auch heute noch am mittleren Turm zu sehen. Ein guter, sehr dunkler Rotwein trägt den Namen Cahors.
Toulouse ist eine der geschäftigsten Städte Frankreichs, Umschlagplatz der Agrarprodukte der Region, eine bedeutende Universitätsstadt und Sitz eines Luftfahrt-Forschungszentrums. Nachdem die Steinbrüche der Gegend schon während des Mittelalters erschöpft wurden, verwendete man sanftrote Ziegelsteine zum Häuserbau, die der Stadt den Beinamen Ville rose gaben. Viele der öffentlichen Gebäude und Privathäuser beeindrucken durch ihre Schönheit, wie das im Renaissance-Stil erbaute Hotel d’Assezat und das als Capitole bekannte Rathaus. Die erste westlich der Rhône erbaute gotische Kirche, die Jakobinerkirche, steht in Toulouse, und der Heilige Dominik selbst gründete das erste Dominikanerkloster in der Stadt. Die Region war ein wichtiger Teil des Römischen Reiches und 800 Jahre lang unter maurischem Einfluß. Es überrascht daher nicht, daß die regionale Küche Spuren sowohl römischer als auch arabischer Einflüsse zeigt. Die lange Toulouser Wurst, deren Füllung von Hand gehackt sein muß, ist eine der Hauptzutaten des Cassoulet. Sie schmeckt aber auch ohne Beilagen vorzüglich.
Die Häuser von Albi sind ebenfalls aus rotem Ziegelstein. Die am Fluß Tarn gelegene Stadt ist kleiner als Toulouse, aber deshalb nicht weniger interessant. Die gleichfalls aus Ziegelsteinen erbaute Kirche ist eine Besichtigung wert. Die riesige, aus rotem Ziegelstein erbaute Kathedrale Sainte Cécile überragt alle anderen Gebäude der Stadt. Die imposante Halle im Innern der Kathedrale beeindruckt mit ihren wunderbaren Rundbögen und Statuen. Die leuchtenden Farben der herrlichen Wandmalereien sind noch heute geheimnisumwittert, ihre Zusammensetzung wurde bisher noch nicht festgestellt. Im nahegelegenen vormals befestigten Palast des Erzbischofs aus dem 13. Jahrhundert ist heute ein Museum untergebracht, das die größte Sammlung von Arbeiten des französischen Malers Toulouse-Lautrec enthält, der hier geboren wurde.
Die Visionen der Bernadette Soubirous machten Lourdes zum Wallfahrtsort. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts pilgern Kranke in der Hoffnung auf eine Wunderheilung in die Stadt. Neben der berühmten Grotte kann man ein Schloß und ein interessantes Museum besuchen.
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