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Frankreich

Paris & Ile-de-France

Das Zentrum von Paris bedeckt eine Fläche von 105 qkm und ist damit klein genug, um es an einem Tag erkunden zu können. Die Pariser Umgehungsstraßen Périphérique und Boulevard circulaire folgen ungefähr den alten Stadtmauern aus dem 19. Jahrhundert.

Der älteste Stadtteil ist die Ile-de-la-Cité, eine Insel in einer Flußbiegung der Seine. Die Insel wird von der wundervollen Kathedrale von Notre Dame überragt. In einer Ausstellung in der Crypte Archéologique wird die frühe Stadtgeschichte eindrucksvoll dokumentiert. Das Quartier Latin (Boulevards St. Michel und St. Germain) ist Sitz der Sorbonne und heute noch Mittelpunkt studentischen Lebens. Einige der schönsten mittelalterlichen Wandteppiche Europas kann man im Musée de Cluny bewundern. Das Musée d’Orsay, ein restauriertes Bahnhofsgebäude am westlichen Ende des Boulevards St. Germain, hat eine ausgezeichnete Sammlung von Gemälden aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Am linken Seineufer liegen auch der Panthéon, die Basilika St. Severin, der Palais und der Jardin du Luxembourg, das Hôtel des Invalides mit dem Grabmal Napoleons, das Musée Rodin und St. Germain-des-Prés.

Am rechten Flußufer, westlich des Quai d’Orsay hinter dem Eiffelturm, trifft man auf eine ganze Reihe von Museen und Kunstgalerien. Diese Gegend wird Trocadero genannt und ist ein beliebter Treffpunkt. Etwas weiter nördlich liegt der Place Charles de Gaulle, den die Pariser Etoile nennen, auf dem der Arc de Triomphe an eine triumphreiche Zeit erinnert. Hier beginnt auch die vornehmste Einkaufs- und Flanierstraße der Stadt, die Champs-Elysées (»Elysische Felder«). Am anderen Ende der Straße befinden sich der Place de la Concorde, der Jardin des Tuileries und schließlich der ehemalige Palast, der Louvre, heute eines der größten Museen weltweit. Die Pyramide vor dem Louvre mit 666 Glasscheiben war schon vor ihrer Fertigstellung fast genauso bekannt wie die Kunstgalerie selbst. Nördlich des Louvre befinden sich der Palais Royal, die Madeleine und die Opéra. Im Osten liegen Les Halles, ein Einkaufs- und Geschäftszentrum, das auf dem Gelände des alten Fleischmarktes errichtet wurde. In den engen Gassen rund um Les Halles gibt es viele Restaurants, die alle nur erdenklichen kulinarischen Genüsse anbieten. Weiter östlich, hinter dem Boulevard Sébastopol, liegt das moderne Centre Pompidou (auch Beaubourg genannt), in dem zeitgenössische Kunst ausgestellt wird. Nicht selten sind auch die Bürgersteige vor dem Gebäude mit in das bunte Schauspiel einbezogen, denn hier versammeln sich oft Straßenkünstler. Das Centre Pompidou ist die Touristenattraktion Nummer Eins und hat dem Eiffelturm in der Besuchergunst schon im ersten Jahr nach seiner Eröffnung den Rang abgelaufen. Weiter östlich, im Marais-Viertel, liegt das Carnavalet-Museum, das in einem wunderschönen Haus aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist. Das Picasso-Museum befindet sich in einem prächtigen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert.

Eines der bekanntesten Stadtviertel, Montmartre, liegt auf einem Hügel und überblickt das rechte Seineufer. Unterhalb von Sacré-Coeur erklimmt eine Zahnradbahn den steil ansteigenden Hügel. Das frühere Armenviertel wurde etwa um 1890 für den Tourismus entdeckt und kam zu neuem Wohlstand. Seitdem reißt der Besucherstrom nicht ab.

Eine alte Legende Montmartres rankt sich um Sankt Denis. Nach seinem Märtyrertod, so wird erzählt, soll er kopflos den Hügel hinuntergelaufen sein, und an der Stelle, wo er zu Boden sank, wurde St. Denis gebaut, die erste gotische Kathedrale der Welt.

La Villette, die Stadt der Wissenschaft und Technik, ist einer der neuesten Anziehungspunkte. Mit Hilfe modernster Ausstellungstechniken werden die Geschichte menschlicher Erfindungskraft aufgezeichnet und Zukunftsszenarios entworfen. Sammelkarten sind erhältlich. La Villette liegt nördlich von Belleville, einem Arbeiterbezirk, in dem Edith Piaf und Maurice Chevalier geboren wurden.

Das unvergleichliche Pariser Flair kann man in den unzähligen Straßencafés genießen, von denen aus man dem bunten Treiben der Passanten zuschauen kann. Nippsachen oder Brocante sind auf einigen Flohmärkten (Marché aux puces) am Stadtrand zu erstehen. Es gibt mehrere Antiquitätenzentren (Louvre des Antiquaires, Village Suisse), die antike Möbel und andere Artikel zum Verkauf anbieten. Die großen Kaufhäuser sind das Printemps und die Galeries Lafayette nahe der Oper, der Bazaar Hôtel de Ville und Samaritaine am rechten Seineufer sowie Bon Marché am linken Ufer.

Die Schlösser von Rambouillet und Fontainebleau am Stadtrand von Paris sind eingebettet in die Reste des großen Waldgebietes der Ile-de-France (der Gegend um Paris). Ein Besuch des Schlosses Versailles ist äußerst interessant. Es diente dem »Sonnenkönig« Ludwig XIV. am Ende des 17. Jahrhunderts als Residenz. Die imposante Gartenanlage gilt als Paradebeispiel barocker Gartenkunst. Das Schlafzimmer des Königs ist Mittelpunkt des Gebäudes, und auch die Gartenanlage ist auf diesen Raum ausgerichtet. Besonders sehenswert ist der berühmte Spiegelsaal.

La Carte ist ein Museums-Paß, mit dem man freien Eintritt in etwa 60 städtische Museen und Landesmuseen hat. Es ist zu beachten, daß die meisten Museen an öffentlichen Feiertagen und an einem Werktag, meistens montags oder dienstags, geschlossen sind. Sonntags kostet der Eintritt die Hälfte, Personen unter 25 oder über 65 Jahren erhalten Ermäßigungen.

Das Freizeitgelände Disneyland Paris (Internet: www.disneylandparis.com) befindet sich in Marne-la-Vallée, 32 km östlich von Paris. Die Gesamtfläche des Freizeitparks beträgt 1943 ha, ein Fünftel der Fläche von Paris. Neben der Hauptattraktion, dem Themenpark Disneyland Paris befinden sich hier auch Hotels, Restaurants, ein Campingplatz, zahlreiche Geschäfte und ein Golfplatz. Das Gelände ist leicht per Auto, Zug oder Flugzeug zu erreichen (Euro Disney liegt zwischen den beiden Hauptflughäfen von Paris, Roissy-Charles de Gaulle und Orly).